Tolle Hefte – MaroHefte, gute Texte treffen gute Druckgrafik

Das ist ein Werbetext (besser eine Würdigung), die Bilder unten gehören dazu.

Zwischen 1991 und 2020 sind in dem kleinen, unabhängigen MaroVerlag die „Tollen Hefte“ erschienen. Insgesamt 50 Hefte, von renommierten und weniger bekannten Künstler/innen aufwändig gestaltete mit anspruchsvollen Texten (u.a. Walter Serner, T.C. Boyle, Julio Cortázar, Gertrude Stein, Charles Bukowski). Die Hefte waren fadengeheftet und in einem besonderen Druckerfahren hergestellt: Der Flachdruckgrafik.

Genauer gesagt geht es um die „Original-Flachdruckgrafik“ (im Unterschied zur Reproduktion). Wer darüber mehr wissen will und wissen möchte, was das Besondere an dem Verfahren ausmacht, wird hier sehr gut informiert: Frankfurter Grafikbrief Viele glauben es erst nach einer Probe: Den Druck, d.h. die Farben kann man auch riechen!

Was dabei herausgekommen ist, ist auf jeden Fall eine tolle Reihe schöner Hefte, schön im Bezug auf die Autoren/innen, mit Blick auf die Künstler/innen und auf die hochwertige Herstellung, der man das Handwerk und die Liebe zum Gedruckten anmerkt.

2020 wurde die Reihe eingestellt.

Damit das Schöne aber nicht so einfach untergeht, hat der MaroVerlag eine neue Reihe in ähnlicher Aufmachung aufgelegt – die MaroHefte. Aus der Selbstdarstellung Des Verlages: „In unseren MaroHeften treffen Essays auf Illustrationen – zu Themen, die uns unter den Nägeln brennen, zu Politischem, Feministischem und Tabubehaftetem. Jedes Heft wird besonders gestaltet und mit Originaldruckgraphiken mit bis zu 5 Sonderfarben gedruckt. 36 oder 52 Seiten, fadengeheftet im Maro-Format (13,5 x 20,5 cm), mit Schutzumschlag. Den Originalausgaben liegen Plakate, Postkarten oder Lesezeichen bei.“

Und so lobt die Süddeutsche: „Die Hefte sind bibliophile Schmuckstücke. […] Vor allem aber mit Illustrationen in einem Farbdruck, der auch Ahnungslose spüren lässt, dass sie hier etwas Besonderes in der Hand halten.“ (Christian Jooß-Bernau in der SZ)

Dem Lob kann ich nichts hinzufügen – ich habe die Reihe abonniert und freue mich über jedes neue Heft.

Man kann die Hefte abonnieren, man kann sie sammeln und sich einfach nur darüber freuen, man kann sie verschenken und sich dabei sicher sein, dass kaum jemand sie kennt.

Hier exemplarisch ein paar Titelbilder und Textseiten vor allem der neueren MaroHefte. Die grafische Vielfalt, die inhaltliche Breite eher unangepasster Texte und die schräge Optik machen vielleicht Lust auf mehr.